Die Organisatoren des Kölner Karnevals verteidigen ihre Entscheidung, in diesem Jahr keinen Putin-Wagen im Rosenmontagszug zu zeigen. Hintergrund: Die russische Justiz hat Strafverfahren gegen den Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly eingeleitet, der für seine satirischen Karnevalswagen international bekannt ist.
Zugleiter Marc Michelske wies Kritik an der Entscheidung zurück. «Das war kein Fehler», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Man habe das Putin-Thema bewusst Tilly überlassen und sich öffentlich mit ihm solidarisch gezeigt. «Ich weiß, dass Jacques einen so guten Wagen machen wird, da freue ich mich schon drauf, den zu sehen», so Michelske.
Angst vor russischen Repressalien sei nicht der Grund gewesen. Entscheidend sei vielmehr, dass es einen Putin-Wagen geben werde – wenn auch in Düsseldorf. «Jacques hat gesagt, er macht einen, und dann konnten wir uns auch einfach für ein anderes Thema entscheiden», erklärte Michelske. Auch Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn stützt die Entscheidung: «Der Zugleiter ist autonom in der Themenauswahl, und wenn er das so entschieden hat, dann trage ich das mit.»
Strafverfahren gegen Tilly
Die russische Justiz wirft Tilly laut dem russischen Portal «Ostoroschno Nowosti» vor, «Fakes über die russische Armee» verbreitet und Putin als Oberbefehlshaber beleidigt zu haben. Tilly, der Drohungen gewohnt ist, bleibt gelassen. «Nur kann ich jetzt nicht mehr in bestimmte Länder reisen, die möglicherweise ein Auslieferungsabkommen mit Russland haben», sagte er. Das sei jedoch wenig im Vergleich zum Schicksal inhaftierter russischer Oppositioneller.
Andere Themen im Kölner Zug
Der Kölner Rosenmontagszug widmet sich anderen aktuellen Themen: Ein Wagen zeigt US-Präsident Donald Trump, dessen Gesäß mit Küssen von Figuren wie «Merz», «Macron» und «Nato» bedeckt ist. Ein weiterer Wagen stellt eine blaue AfD-Schlange dar, die nach Art der Python Kaa aus dem «Dschungelbuch» einen «deutschen Michel» umschlingt. Weitere Wagen thematisieren Aufrüstung, Grönland und Künstliche Intelligenz. Auch die Regierungsstreitigkeiten werden satirisch aufgegriffen: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) erscheinen in sadomasochistischen Outfits.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.






