Ein ehemaliger österreichischer Verfassungsschützer muss sich seit Donnerstag in Wien wegen Spionage für Russland verantworten. Egisto Ott, 63 Jahre alt, soll zwischen 2015 und 2022 geheime Informationen an Moskau verkauft haben – für mehr als 80.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Amtsmissbrauch, Korruption und Spionage vor. Besonders brisant: Ott soll als Mittelsmann für Jan Marsalek gehandelt haben, den international gesuchten früheren Wirecard-Manager, der nach Erkenntnissen internationaler Medien heute für den russischen Geheimdienst FSB in Moskau arbeitet.
Laut Anklage hat Ott hochsensible Daten weitergegeben und damit Österreichs Ruf bei verbündeten Geheimdiensten aufs Spiel gesetzt. Die Staatsanwaltschaft spricht von der Gefahr ernsthaften Schadens. Ott soll mehrere Mobiltelefone hochrangiger Beamter des österreichischen Innenministeriums nach Moskau übergeben haben. Dadurch erhielt der Kreml Zugang zu tausenden Kontakten und gefährdete die Sicherheit ukrainischer und tschetschenischer Flüchtlinge in Österreich. Zudem soll Ott Zugang zu europäischen Datenbanken verschafft und «Anfragen auf Unterstützung» an Italien und Großbritannien gerichtet haben.
Anleitung für Attentate entdeckt
Besonders alarmierend: Ermittler fanden ein Dokument, das Ott mit dem russischen Agenten Vadim Krasikow in Verbindung bringt. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet die Schrift als «Anleitung für künftige reibungslose und erfolgreiche Attentate auf EU-Gebiet». Krasikow hatte 2019 in Berlin einen Georgier tschetschenischer Herkunft erschossen. Ein Gericht verurteilte Krasikow Ende 2021 zu lebenslanger Haft. Im August 2024 kam er im größten Gefangenenaustausch zwischen Russland und dem Westen seit dem Kalten Krieg frei – einer von 26 ausgetauschten Häftlingen.
Verbindung zu Wirecard-Skandal
Jan Marsalek, für den Ott angeblich agierte, floh 2020 aus Deutschland, nachdem bei Wirecard ein Bilanzskandal aufflog. Recherchen internationaler Medien, veröffentlicht im September, legen nahe, dass Marsalek heute unter falscher Identität in Moskau lebt und für den FSB arbeitet. Er wird international gesucht.
Ott hat die Vorwürfe bisher bestritten. Bei einer Verurteilung drohen ihm laut österreichischen Medienberichten bis zu fünf Jahre Haft. In einem früheren Verfahren, bei dem die Staatsanwaltschaft ihm vorwarf, Informationen an die rechtsextreme Szene weitergegeben zu haben, sprach ihn das Gericht frei.
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