Die US-Regierung hat die Zahl der allgemein empfohlenen Impfungen für Kinder drastisch reduziert. Von bisher 17 Immunisierungen empfiehlt die Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) künftig nur noch elf für alle Kinder, wie sie am Montag mitteilte. Die Änderung gilt sofort und löste scharfe Kritik von Ärzteverbänden aus.
Impfungen gegen Rotaviren, Hepatitis A und B, Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV)-Infektionen sowie bestimmte Formen der Meningitis sind nicht mehr Teil der allgemeinen Empfehlungen. Die CDC empfiehlt sie künftig nur noch für spezielle Risikogruppen oder nach individueller Absprache mit Ärzten. Die CDC empfiehlt weiterhin Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio, Pneumokokken, HPV und Windpocken.
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., ein bekannter Impfskeptiker, trieb die Reform voran. Kennedy hatte die zuständige Impfkommission beauftragt, die mehr als 30 Jahre alten Regeln zu überprüfen. Er erklärte, die Entscheidung «schützt Kinder, respektiert Familien und stärkt das Vertrauen in das öffentliche Gesundheitswesen».
Kinderärzte warnen vor Folgen
Der US-Berufsverband der Kinderärzte (AAP) kritisierte die neuen Empfehlungen scharf als «gefährlich und unnötig». Die USA seien nicht Dänemark, so die AAP: «[...] es gibt keinen Grund, den dänischen Impfplan den amerikanischen Familien aufzuzwingen.» Die Krankheitsrisiken und Gesundheitssysteme der beiden Länder unterschieden sich «erheblich».
Dr. Sean O'Leary von der AAP warnte: «Es geht buchstäblich um die Gesundheit und das Leben von Kindern.» Er kritisierte besonders die Streichung der Influenza-Impfung zu Beginn einer schweren Grippesaison.
Dr. Sandra Fryhofer von der Amerikanischen Ärztevereinigung (AMA) bemängelte: «Änderungen dieses Ausmaßes erfordern sorgfältige Prüfung, Experten- und öffentlichen Beitrag sowie klare wissenschaftliche Rechtfertigung. Dieses Maß an Sorgfalt und Transparenz war nicht Teil dieser Entscheidung.»
Michael Osterholm vom Vaccine Integrity Project der University of Minnesota warnte, die Aufgabe der Empfehlungen für Influenza-, Hepatitis- und Rotavirus-Impfungen werde «zu mehr Hospitalisierungen und vermeidbaren Todesfällen unter amerikanischen Kindern führen».
Trump: USA im Einklang mit anderen Ländern
US-Präsident Donald Trump verteidigte die Änderungen auf der Plattform Truth Social. Der neue Plan sei «weitaus vernünftiger» und bringe die USA endlich in Einklang mit anderen entwickelten Nationen. Die Regierung begründete die Reduzierung damit, dass die USA mit ihren bisherigen Empfehlungen eine «Sonderstellung» im internationalen Vergleich eingenommen hätten. Die CDC hatte 20 vergleichbare Industrieländer untersucht. Deutschland empfiehlt Impfungen gegen 15 Krankheiten, Dänemark gegen zehn.
Trump betonte: «Eltern können ihren Kindern weiterhin alle Impfungen verabreichen lassen, falls gewünscht.» Die Krankenversicherungen würden die Kosten weiterhin übernehmen.
Masernausbruch und sinkende Impfquoten
Die Entscheidung fällt in eine Zeit sinkender Impfquoten und steigender Krankheitsfälle in den USA. Die Quote der Kinder mit Impfbefreiungen hat laut Bundesbehörden einen Höchststand erreicht. In diesem Jahr registrierten die USA den schwersten Masernausbruch seit über 30 Jahren mit mehr als 1.400 Fällen. Auch die Keuchhustenfälle nehmen zu.
Politische Beauftragte trafen die Entscheidung, ohne die üblichen wissenschaftlichen Beratungsgremien einzubeziehen. Führende medizinische Fachgesellschaften kündigten an, die gestrichenen Impfungen weiterhin zu empfehlen. Die AAP hat einen eigenen Impfplan für Kinder veröffentlicht.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.





