Die NATO hat die Operation «Arctic Sentry» gestartet, um die Arktis militärisch zu sichern. Das Bündnis reagiert damit auf den von Ex-US-Präsident Donald Trump ausgelösten Grönland-Konflikt und wachsende Ambitionen Russlands und Chinas in der strategisch bedeutsamen Region.
Die Führung der neuen Operation übernimmt US-General Alexus G. Grynkewich vom Einsatzhauptquartier in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia. Von dort aus koordiniert die NATO künftig die Überwachung eines riesigen Gebiets, das vom Atlantik über die Arktis bis nach Grönland, Island, Norwegen, Großbritannien sowie Dänemark, Schweden und Finnland reicht.
Deutschland hat bereits im Januar seine Beteiligung signalisiert. Verteidigungsminister Boris Pistorius stellte Eurofighter-Jets und A400M-Transportflugzeuge für den Arktis-Einsatz in Aussicht. Großbritannien kündigte an, seine in Norwegen stationierten Truppen innerhalb von drei Jahren von derzeit rund 1.000 auf 2.000 Soldaten zu verdoppeln.
Hintergrund: Der Grönland-Konflikt
Der Arktis-Einsatz ist eine direkte Folge der von Trump ausgelösten Krise um Grönland. Der ehemalige US-Präsident hatte versucht, die dänische Insel – sechsmal so groß wie Deutschland – mit Zolldrohungen zum Verkauf zu zwingen. Seine Begründung: Grönland sei sonst nicht sicher vor Russland und China.
Nach einem Treffen zwischen Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos entstand ein Rahmenabkommen für die Zukunft Grönlands und der gesamten Arktis. Es sieht gemeinsame Sicherheitsaktionen der sieben arktischen Verbündeten vor: USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island. Die USA könnten ihre Militärpräsenz auf der zu vier Fünfteln eisbedeckten Insel mit knapp 57.000 Einwohnern ausbauen und möglicherweise Mitspracherechte bei Investitionen erhalten.
Russland als größte Bedrohung
Der britische Verteidigungsminister John Healey benannte Russland klar als Hauptgefahr: «Die Anforderung an die Verteidigung steigen und Russland stellt die größte Bedrohung der Arktis und des hohen Nordens dar, die wir seit dem Kalten Krieg gesehen haben.»
Russland hat ein neues Arktis-Kommando aufgebaut und frühere sowjetische Militäranlagen reaktiviert – darunter Flugplätze und Tiefseehäfen. Nach NATO-Einschätzung betrachtet Moskau die Arktis als zentral für seine Großmachtambitionen. Die Region gilt als kritisches Tor zum Nordatlantik und ist entscheidend für Handels-, Transport- und Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa.
Auch Chinas wachsendes Interesse an der Region beunruhigt das Bündnis. Peking strebt nach Zugang zu Energie, Rohstoffen und Seewegen im hohen Norden.
Heikle Lage für die NATO
Die Situation stellt die NATO vor eine Zerreißprobe. Das Bündnis muss seine Glaubwürdigkeit wahren, während ein führendes Mitglied – die USA – ein anderes bedroht hat. Besonders brisant: Dies geschieht vor dem Hintergrund des russischen Kriegs in der Ukraine und chinesischer Ansprüche auf Taiwan. NATO-Kreise fürchten eine Katastrophe, sollten die USA wegen solcher Konflikte aus dem Bündnis ausscheiden – schließlich ist die Allianz bei der Abschreckung stark von amerikanischer Militärmacht abhängig.
Die NATO hatte bereits im vergangenen September eine ähnliche Operation gestartet: «Eastern Sentry» als Reaktion auf russische Luftraumverletzungen durch Kampfjets und Kamikaze-Drohnen. Damals wurden zusätzliche Überwachungs- und Luftverteidigungskapazitäten mobilisiert, darunter deutsche Eurofighter, die auf dem polnischen Militärflugplatz Malbork stationiert wurden.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.









