Deutschland gewinnt: Max-Planck verdoppelt US-Bewerbungen - Trump-Folge

upday.com 2 hours ago
Am 20. Januar ist US-Präsident Trump ein Jahr im Amt. (Archivfoto) Thomas Müller/dpa

Ein Jahr nach Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit wandern Wissenschaftler und Studenten in großer Zahl aus den USA ab – und Deutschland profitiert massiv davon. Universitäten stehen unter Druck, Klimaforschung wird gekürzt, und die Gesundheitspolitik sorgt für Kontroversen: Von Impfskepsis bis zu Masernausbrüchen erschüttern die Entwicklungen das amerikanische Wissenschaftssystem.

Die US-Regierung wirft Universitäten vor, «Bastionen des Antisemitismus und der ideologischen Indoktrinierung» zu sein, und droht mit Budget- und Personalkürzungen. Viele Hochschulen sind eingeknickt, andere verhandeln. Harvard kämpft vor Gericht gegen den Druck.

Gleichzeitig plant die Regierung drastische Kürzungen für Klimaforschungs-Institutionen wie die National Oceanic and Atmospheric Administration und die Erdforschungsprogramme der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Präsident Trump leugnet den menschengemachten Klimawandel. Die USA ziehen sich aus dem Weltklimarat IPCC zurück. Der US-Kongress kündigte zumindest teilweise Widerstand gegen die Kürzungspläne an.

Gesundheitspolitik unter Beschuss

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., eine umstrittene Figur, feuerte im August CDC-Direktorin Susan Monarez – nach nur rund einem Monat im Amt. Kennedy ist skeptisch gegenüber Impfungen und führt die «Make America Healthy Again»-Bewegung an.

Die Trump-Regierung reduzierte Anfang des Jahres die Impfempfehlungen für Kinder von 18 auf elf Immunisierungen. Kinderärzte kritisierten die neuen Empfehlungen scharf. Seit Anfang 2025 gab es rund 2.500 Masernfälle in den USA, drei Menschen starben. Die Weltgesundheitsbehörde WHO wird den USA in den kommenden Wochen voraussichtlich den Status «masernfrei» aberkennen – Kanadas Status wurde bereits im November widerrufen.

Kennedy schlug zunächst Vitamin A und Lebertran gegen Masern vor, nannte später aber Impfung als wirksamste Methode. Vor einem Jahr zogen sich die USA aus der WHO zurück, die 2016 die Masern-Ausrottung in Amerika verkündet hatte.

Vogelgrippe-Welle ignoriert

Seit 2022 grassiert die größte dokumentierte Vogelgrippe-Welle, die Vögel, Säugetiere und auch Milchkühe in den USA betrifft. Rund 70 Menschen erkrankten, zwei starben. Experten kritisieren mangelnde Überwachung und Eindämmung und äußern Sorge vor einer neuen Pandemie.

Kennedy veröffentlichte neue Ernährungsempfehlungen: mehr Proteine, Obst, Gemüse und Vollkorn, weniger Alkohol, Zucker und verarbeitete Lebensmittel – mit besonderem Fokus auf Rindertalg. Experten zeigten sich verwundert und lehnten die Talg-Empfehlung ab.

Deutschland als Gewinner

Der Wissenschaftsexodus beschert Deutschland einen massiven Talentschub. Eine Umfrage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes von Ende vergangenen Jahres zeigt: Das Interesse von US-Studenten an einem Studium in Deutschland stieg um 67 Prozent, bei Nachwuchsforschern um 70 Prozent, bei Professoren um 68 Prozent.

Die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnet verdoppelte Bewerbungszahlen aus den USA für Führungspositionen und verdreifachte Zahlen für das Liese-Meitner-Exzellenzprogramm zur Frauenförderung. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage: «Das wird jetzt einige Karrieren durcheinander wirbeln.»

Die Fraunhofer-Gesellschaft stellt fest, dass die USA ihren Status als «zentraler Anziehungspunkt für internationale wissenschaftliche Talente» verloren haben: «Davon profitieren Europa insgesamt und Deutschland im Besonderen.»

Das Bundesforschungsministerium startete im vergangenen Jahr das «1.000-Köpfe-Plus-Programm», um internationalen Forschern Perspektiven und «einen sicheren Hafen der Wissenschaftsfreiheit» in Deutschland zu bieten. Im Dezember wurden die ersten 166 Wissenschaftler aus 25 Ländern ausgewählt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte als ersten Schritt zwölf Millionen Euro.

US-Materialforscher Omar Yaghi, Nobelpreisträger für Chemie, nannte Wissenschaft vergangenes Jahr kurz nach der Preisverleihung ein «Juwel in der Krone unseres Landes» und warnte: «Also können wir nicht zulassen, dass uns das entgleitet.»

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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