Brandanschlag wie bei Tesla: 45.000 Berliner Haushalte ohne Strom

upday.com 10 hours ago
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey zeigt ein Stromkabel-Muster bei einer Pressekonferenz zum Brandanschlag auf die Stromversorgung. (Symbolbild) (Photo by Tobias SCHWARZ / AFP via Getty Images) Getty Images

Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat nach dem Stromausfall durch einen Brandanschlag Bundeshilfe bei den Ermittlungen gefordert. Rund 45.000 Haushalte in Südwest-Berlin waren seit Samstagmorgen ohne Strom, nachdem Unbekannte Brandsätze auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal gelegt hatten. Eine linksextreme Gruppe bekannte sich zu der Tat.

Giffey sagte dem RBB-Inforadio: «Ich glaube, dass es jetzt vor allen Dingen um Bundeshilfe bei den Ermittlungen gehen muss.» Die Senatorin stellte die Frage: «Sind das einfach nur linke Gruppen von Aktivisten, die ideologisch unterwegs sind, oder steckt da mehr dahinter?» Die Ansichten der mutmaßlichen Täter bezeichnete sie als «hochgradig gefährlich».

Ein Bekennerschreiben der sogenannten "Vulkangruppe" wird von den Behörden als echt eingestuft. Die gleiche Gruppierung hatte bereits im März 2024 einen Brandanschlag auf das Tesla-Werk in Grünheide verübt. Giffey betonte: «Es geht nicht nur um einen Angriff auf unsere Infrastruktur, sondern auch darum, dass unsere ganze freie Gesellschaft angegriffen wurde.»

Sicherheit vor Transparenz

Die Wirtschaftssenatorin forderte im Deutschlandfunk einschneidende Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur. Informationen über Kabelverläufe sollten nicht mehr frei zugänglich sein. «Sie finden sehr viel im Internet», kritisierte Giffey. Auch der Zugang zum Teltowkanal-Ufer müsse überprüft werden. Sicherheit müsse vor Transparenz gehen.

Der Berliner Senat plant, die Videoüberwachung an neuralgischen Punkten der Stromversorgung deutlich auszuweiten und Künstliche Intelligenz einzusetzen. Die KI-Systeme sollen etwa Wärmeentwicklung an kritischen Stellen erkennen können. Giffey erklärte: «Das ist eine sehr konkrete Sache, die wir machen werden und wollen.» Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) unterstützt die Pläne und forderte, diese «schnell» umzusetzen.

Bisher sind drei Viertel der oberirdischen Stromleitungen auf Privatgrundstücken videoüberwacht. Das fehlende Viertel auf öffentlichem Straßenland – darunter die jetzt attackierte Kabelbrücke – war bislang aus Datenschutzgründen nicht überwacht. «Das andere Viertel, was nicht videoüberwacht ist, ist auf öffentlichem Straßenland», sagte Giffey. Von Berlins 35.000 Kilometer langem Stromnetz verläuft nur ein Prozent oberirdisch.

Linke distanziert sich

Jan van Aken, Vorsitzender der Linken, distanzierte sich im RTL- und ntv-Format "Frühstart" deutlich von dem Anschlag: «Das ist eine Aktion, das geht überhaupt nicht.» Er kritisierte die Begründung der mutmaßlichen Täter, wenig Mitleid mit Villenbesitzern zu haben. In den betroffenen Häusern lebten auch ältere Menschen, die nun frören. «Da habe ich ganz großes Mitleid», so van Aken. Der Anschlag sei «überhaupt nicht akzeptabel, und das haben wir klipp und klar gesagt.»

Nach Angaben von Stromnetz Berlin sollen bis Donnerstagnachmittag alle Haushalte wieder am Netz sein. Rund 14.500 Haushalte wurden bereits wieder angeschlossen. Für Senioreneinrichtungen und Supermärkte wurden zusätzliche Notstromaggregate bereitgestellt. Giffey erklärte: «Heute wird es darum gehen, dass wir weiter an den Baustellen arbeiten. Da sind wir im Zeitplan» – «und zwar deutlich vor Donnerstag».

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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