Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die hohe Zahl an Krankheitstagen in Deutschland kritisiert und die Notwendigkeit der telefonischen Krankschreibung in Frage gestellt. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, unterstützt Merz und fordert die Abschaffung der Telefon-Krankschreibung sowie der Krankschreibungspflicht für die ersten drei Krankheitstage. Die Äußerungen lösten scharfe Kritik von SPD, Grünen, Linke und BSW aus.
Arbeitnehmer in Deutschland waren 2024 durchschnittlich 14,8 Tage krank gemeldet – 3,6 Tage mehr als 2021. Merz stellte während des Landtagswahlkampfs in Baden-Württemberg in Bad Rappenau im März die Frage: «Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?» Zur telefonischen Krankschreibung, die 2021 während der Coronazeit eingeführt wurde, sagte er: «Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?»
Gassen fordert konkrete Reformen. «Die Telefon-AU gehört abgeschafft, und die Pflicht zur AU in den ersten drei Tagen gleich mit», erklärte der KBV-Chef. Durch die Abschaffung könnten rund 27 Millionen medizinisch unnötige Arzt-Patienten-Kontakte pro Jahr vermieden werden. Gassen schlägt vor, die ersten drei Krankheitstage über Arbeitsverträge zu regeln – etwa durch Karenztage oder Bonussysteme, wie es in vielen anderen Ländern praktiziert wird. CSU-Chef Markus Söder unterstützt die Forderung: «Das Blaumachen muss reduziert werden.»
Widerspruch und Kritik
Der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte die telefonische Krankschreibung. Er sagte dem Tagesspiegel: «Das gelingt uns durch Früherkennung, etwa von Bluthochdruck, durch eine Erhöhung der Tabaksteuer und andere präventive Maßnahmen – und nicht durch Gängelei der Kranken.» Lauterbach hatte die Telefon-Krankschreibung als damaliger Gesundheitsminister als dauerhafte Regelung eingeführt.
Eine AOK-Studie von Anfang 2025 fand «keinerlei Anzeichen für einen systematischen Missbrauch» der telefonischen Krankschreibung. Drei von vier befragten Beschäftigten bewerteten sie als nützlich oder sehr nützlich. Das Statistische Bundesamt und die AOK führen den Anstieg der Krankheitstage teilweise auf die vollständigere Erfassung seit Einführung der elektronischen Krankschreibung Anfang 2022 zurück.
Janis Ehling, Bundesgeschäftsführer der Linken, kritisierte: «Wer den hohen Krankenstand beklagt, sollte über Überlastung, Personalmangel und krankmachende Arbeitsbedingungen reden, statt Beschäftigten fehlende Arbeitsmoral zu unterstellen.» Grünen-Chefin Franziska Brantner betonte die Notwendigkeit guter Rahmenbedingungen wie verlässliche Kinderbetreuung. BSW-Vorsitzender Fabio De Masi erklärte: «Das Problem der deutschen Wirtschaft ist nicht der Krankenstand derjenigen, die den Laden am Laufen halten, sondern die miserable Wirtschaftspolitik mit hohen Energiepreisen und kaputter Infrastruktur.»
Koalitionsvereinbarung sieht Korrekturen vor
Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD sieht keine Abschaffung, aber Veränderungen vor: «Die telefonische Krankschreibung werden wir so verändern, dass Missbrauch zukünftig ausgeschlossen ist (zum Beispiel Ausschluss der Online-Krankschreibung durch private Online-Plattformen).» Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger verwies zu Jahresbeginn auf internationale Erfahrungen: «Je großzügiger die Lohnfortzahlung, desto höher die Fehlzeiten, vor allem bei leichten Erkrankungen.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.











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